Hunde Transport bei Reisen

Jeder Hundebesitzer wird zwangsläufig früher oder später mit der Frage konfrontiert, wie er seinen Vierbeiner am besten von Ort A nach Ort B transportiert.

Natürlich gibt es auch Einiges zu beachten, wenn man mit seinem Hund nur eine kurze Strecke neben dem Fahrrad mitnehmen möchte. In diesem Artikel möchten wir jedoch vielmehr auf den Hunde Transport bei längeren Reisen eingehen, die mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug zurückgelegt werden.

Insbesondere gesetzliche Regelungen und individuelle Bestimmungen von Transportunternehmen wie der Deutschen Bahn oder Fluglinien schreiben vor, wie der Transport zu erfolgen hat. Nicht Beachtung dieser Vorschriften können unter Umständen Verhängung von Bußgeldern oder der Verweigerung des Hunde Transport führen.

Unsere Checkliste soll außerdem dabei helfen, dass man bereits vor dem Reiseantritt die wichtigsten Punkte beachtet.

Hunde Transport: Reisen mit dem Auto

Schon im Welpenalter sollte der Hund an das Beförderungsmittel Auto gewöhnt werden. Man tut weder sich selbst noch dem Hund einen Gefallen, wenn die erste Bekanntschaft erst bei Reisebeginn gemacht wird. Ist der Hund erst einmal langsam an das Autofahren gewöhnt worden, macht es ihm in der Regel gar nichts aus, auch mal ein paar Stunden am Stück im PKW zu verbringen.

Nach der für den Straßenverkehr zuständigen Straßenverkehrsordnung (StVO) wird ein Hund im Auto als Ladung behandelt. Somit findet sich in §22 “Ladung und §23 “Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers” die Antwort auf die Frage, wie der Vierbeiner im Auto gesichert werden muss. So heißt es in §22:

(1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind
so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher
Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder
vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu
beachten.

Weiter heißt es in §23:

(1) Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, daß seine Sicht und das Gehör
nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs
beeinträchtigt werden. Er muß dafür sorgen, daß das Fahrzeug, der Zug, das Gespann
sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und daß die Verkehrssicherheit
des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.

Mehr findet sich nicht an gesetzlichen Vorschriften bzgl. des Transports Deines Hundes im Auto. Doch was heißt das konkret für die Sicherung Deines Lieblings?

Es wird weder über den genauen Ort, an dem Dein Hund verstaut, noch über die Art, wie er gesichert werden soll, eine Aussage getroffen. Somit darf ein Hund sowohl auf der Rückbank Deines Autos als auch im Kofferraum (natürlich nicht im geschlossenen Kofferraum eines Autos mit Stufenheck!) mit ausreichender Sicherung transportiert werden. Von einer Beförderung auf dem Beifahrersitz sollte dringend abgeraten werden, da hier der Hund die Sicht auf den Seitenspiegel nehmen und am störungsfreien Fahren hindern kann.

Wichtig ist, dass Dein Hund bei einer scharfen Bremsung nicht zu einem gefährlichen Geschoss wird und sich selbst, Dich und andere Mitreisende und Verkehrsteilnehmer gefährden kann. Eine Kaskoversicherung wird unter Umständen nicht für einen entstandenen Schaden aufkommen, wenn nachgewiesen werden kann, dass er an der Entstehung des Unfalls Schuld hat.

Heutzutage gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen sicheren Hunde Transport durchzuführen:

Der Hundegurt ist ein Hundegeschirr, das es ermöglicht, dass der geliebte Vierbeiner auf der Rückbank einen festen Platz findet. Wenn Dein Hund während der Autofahrt eher unruhig ist, so kann ein Hundegurt durchaus für Abhilfe sorgen. Ein solcher Gurt schützt, genau wie ein Gurt für einen menschlichen Passagier, sowohl den Gurtträger (also Deinen Hund) als auch die anderen Insassen, da der Hund bei einer Vollbremsung nicht zu einem gefährlichen Geschoss wird.

Die Hundeschutzdecke eignet sich nur, wenn nicht gleichzeitig menschliche Passagiere auf der Rückbank Platz nehmen sollen. Diese Decke wird an der Rückbank sowie an den Kopfstützen der Vordersitze besfestigt, so dass eine Art Wanne entsteht, in der der Hund Platz nehmen kann. Bedenke aber, dass sich nicht jeder Hund so ruhig verhält, dass er sich einfach auf die Hundedecke legt und dort auch liegen bleibt. Für unruhige Hund sollte somit eine andere Methode bevorzugt werden. Der Hund wird zwar bei einer starken Bremsung davor bewahrt in

Trenngitter und Trennnetze bieten sich bei PKW an, bei denen es möglich ist, dass der Hund im Kofferraum mitfahren kann (Kombis, SUVs). Das Trenngitter odere Trennnetz wird dann einfach hinter den Kopfstützen der Rückbank befestigt, so dass dem Hund der Weg in den Passagierraum versperrt wird. Diese Variante wird von den meisten Besitzern eines solchen PKW bevorzugt, da sie sehr kostengünstig ist und dem Hund noch ein gewisses Maß an Bewegungsfreiheit gibt, ohne dass er die Konzentration des Fahrers stört. Beachte, dass sich Dein Hund durch die etwas größere Bewegungsfreiheit im Kofferraum bei einer Vollbremsung auch eher verletzen kann als bspw. mit dem Hundegurt.

Die letzte Möglichkeit, Deinen Hund sicher im Auto zu transportieren, ist der Einsatz einer Transportbox. Diese gibt es in sehr vielen unterschiedlichen Variationen, Größen und Ausführungen, so dass für jeden PKW und jede Hunderass etwas dabei sein sollte. Auch für die Rückbank kann eine Hundebox erworben werden. Diese sollte wiederum mit einem Gurt gesichert werden.

Zu den sichersten Varianten beim Hunde Transport im Auto zählen somit die Sicherung mit einem Hundegurt und der Einsatz einer geeigneten Transportbox.

Hunde Transport:Reisen mit der Bahn

Die Deutsche Bahn hat klare Richtlinien für die Mitnahme von Hunden herausgegeben. So können ‘kleine Hunde (bis zur Größe einer Hauskatze)’, die in einer Transportbox mitgenommen werden und sich während der Fahrt auch in dieser Transportbox aufhalten, unentgeldlich mitgenommen werden.

Hunde, die diese Größe überschreiten, müssen sowohl an der Leine geführt werden als auch einen Maulkorb tragen. Nur Blindenführhunde und Begleithunde schwerbehinderter Personen sind von dieser Maulkorbpflicht befreit. Für Hunde, die nicht in einer Transpotbox mitgenommen werden können, wird zusätzlich ein Beförderungsentgeld i.H. des halben Normal- oder Sparpreises fällig.

Für Reisen mit City Night Line und dem Autozug der Deutschen Bahn gelten abweichende Bedingungen, die bei der Deutschen Bahn erfragt werden können. Nach unserem letzten Kenntnisstand darf bei City Night Line nur ein Hund mitgenommen werden, wenn ein Abteil alleinig belegt wird. Außerhalb des Abteils besteht für den Hund ein Leinenzwang und er darf ebenfalls nicht in den Ruhesessel- und Speisewagen mitgenommen werden. Pro Hund wird ein Pauschalbetrag i.H.v. €30,- fällig.

Hunde Transport im Flugzeug

Bei Flügen mit dem Hund musst Du Dich im Vorfeld unbedingt bei der zuständigen Fluggesellschaft erkundigen, da die Regelungen und Bestimmungen teilweise variieren.

Auch hier werden von den meisten Airlines Unterschiede bei den Größen der zu befördernden Hunde gemacht. Kleine Hunde (abhängig von der Airline ca. 5kg-8kg) können in der Passagierkabine mitgenommen werden, natürlich nur bei Verwendung einer geeigneten Transportbox. Diese muss dann in der Regel auf dem Boden vor dem Sitz platziert werden, darf nicht im Gang stehen und darf eine gewisse Größe nicht überschreiten.

Größere Hunde hingegen müssen im Frachtraum transportiert werden, was frühzeitig mit der Fluggesellschaft abgeklärt werden muss. Für den Transport ist von den meisten Fluggesellschaften eine den Bestimmungen der IATA (International Air Transport Association) entsprechende Transportbox erforderlich. Der Hund muss in jedem Fall ausreichend Platz in der Box haben, so dass er darin aufrecht stehen kann und ausreichend Bewegungsfreiheit hat.

Für den Hunde Transport werden zusätzliche Kosten fällig, die ebenfalls von Fluglinien zu Fluglinie unterschiedlich sind. Als Berechnungsgrundlage halten sowohl die Größe des Hundes als auch das Reiseziel her.

Checkliste für den Hunde Transport:

1.) Ist der Hund körperlich fit genug, um die Reise unbeschadet zu überstehen?

Im Zweifel sollte zunächst der Tierarzt konsultiert werden,  der das Tier insbesondere auf die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit des  Herz-Kreislauf-Systems hin überprüft.

2.) Welche Einreisebestimmungen für Hunde gelten in dem Zielland?

Ob für die Einreise des Hundes in ein Land bestimmte Regelungen gelten, welche Impfungen nötig sind und wie alt diese sein dürfen, oder ob der Hund sogar für eine gewisse Zeit in Quarantäne muss, erfährst Du durch die jeweiligen Einreisebestimmungen des Ziellandes. Mit der Broschüre der Intervet Deutschland GmbH mit dem Titel “Einreisebestimmungen für Hunde und Katzen” kann man sich als Tierhalter einen guten Überblick verschaffen, welche Maßnahmen erforderlich sind. Die Broschüre steht hier zum Download bereit.

3.) Bei Flugreisen sollten immer Direktflüge gebucht werden

Wenn ein Zwischenstopp eingelegt wird, wirkt nur zusätzlicher Stress auf das Tier ein, da die Transportbox erneut umgeladen werden muss. Jeden zusätzlichen Stress gilt es zu vermeiden.

4.) Nicht unmittelbar vor Reiseantritt füttern oder zuviel zu trinken geben

Insbesondere bei Flug- und Bahnreisen solltest Du darauf achten, dass Dein Hund nicht nach kurzer Zeit des Reiseantritts bereits Notdurft verspürt und sich dann in seiner Transportbox erleichtern oder übergeben muss. Sollte doch einmal etwas passieren, hast Du am besten vorgesorgt, wenn Du ein altes Handtuch mit doppelseitigem Klebeband auf dem Boden der Box befestigt hast.

5.) Reiseapotheke mitnehmen

Bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke kann Dir Dein Tierarzt behilflich sein. Er kann Dir auch Tipps geben, auf welche Besonderheiten Du in dem Zielland achten solltest.

6.) Nach Möglichkeit gewohntes Futter mitnehmen

Eine Futterumstellung bringt bei Hunden häufig Probleme mit sich. Sofern dies möglich ist, solltest Du daher für Deinen Hund ausreichend Futter von zuhause mitnehmen. Vor Ort kannst Du dann langsam auf das Futter im Zielland umstellen, indem Du nach und nach neues Futter untermischst. Zur Mitnahme eignet sich Trockenfutter natürlich am besten.

Tipp: Direkt ein Tiertaxi oder Tiertransport für deinen Hund finden!

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3 Kommentare zu „Hunde Transport bei Reisen“

  1. Allyn Zückmann sagt:

    Hallo
    ich finde es sehr WICHTIG dass man je nach größe sein Hund Ordentlich und sicher Transportiert, so finde ich für kleine bis mittel große hunde, min. ein Anschnallgurt mit Hundegeschirr genutzt werden sollte und bei größere Hunde, wenn das Auto dafür vorgesehen ist eine Autobox anzuschaffen aber nicht immer die günstigen Pollen Boxen sind das sicherste, lieber paar Euro mehr ausgeben und dann was wirklich sicheres zum Transport haben.

    LG
    Allyn

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  2. Raimund sagt:

    Hallo, diese Infos habe ich gesucht:)Es steht bei uns eine längere Autofahrt an (Schleswig-Holstein nach Schweden) mit Hund und da muss ich mir für meinen Schäferhund auch noch das passende einfallen lassen. Denke, die Transportbox für´s Auto ist eine lohnende Investion.

    viele Grüße

    Raimund

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  3. Petra sagt:

    es versteht sich von selbst das ich meinen Hund egal ob groß oder klein im Auto richtig sichere. Finde die Transportboxen am besten

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