Hundeerziehung so wirds gemacht

HundeerziehungAuf das Thema „Hundeschule“ sind wir bereits eingegangen und es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die hier beschriebene Erziehung des Hundes den Besuch einer Hundeschule aus vielerlei Hinsicht nicht ersetzt. Du solltest Dir im Klaren darüber sein, dass es unzählige Einflüsse gibt, die sich auf Deinen Hund positiv aber auch negativ auswirken können. Oftmals sind dies Ereignisse, über die der Halter gar nicht weiter nachdenkt – ein Heißluftballon, der über die Köpfe hinweg fliegt, eine Tür, die lautstark zufällt, das Bremsen eines LKW oder vielleicht auch nur der Staubsauger.

Sei ein Vorbild für Deinen Hund dann klappt auch die Erziehung

Du als Herrchen oder Frauchen bist der Rudelführer, dem Dein Hund sein Vertrauen schenkt. Und Du solltest bereits frühzeitig damit beginnen, Deinem Hund die Angst vor Alltagssituationen zu nehmen. Hat die Hundeerziehung versagt, so wirst Du mit Deinem Hund später immer wieder in unangenehme Situationen geraten.

Leider können wir hier nicht auf spezifische Situationen eingehen, dafür sind Hunde und die möglichen Situationen einfach zu vielfältig. Es gibt jedoch ein paar grundlegende Dinge, die Du bei der Hundeerziehung beachten solltest und mit denen Du nichts falsch machen kannst.

Bei der Erziehung Deines Hundes musst Du zunächst darauf achten, dass er Vertrauen zu Dir aufbaut. Er muss mit Dir positive Ereignisse in Verbindung setzen. Sei es ein Leckerchen, ausgiebiges Streicheln oder gelobt werden oder einfach nur Spielen.

Was Bellolein nicht lernt…

Hierbei sind die ersten Lebenswochen von entscheidender Bedeutung bei der Welpen Hundeerziehung. Eine ausreichende Sozialisation, d.h. das Zusammensein mit unterschiedlichen Menschen, Hunden und anderen Lebewesen, ist unumgänglich, wenn der geliebte Vierbeiner einen vernünftigen Umgang mit diesen Gruppen führen soll.

Positive Erfahrungen verstärken die Neugierde Deines Hundes, negative Erfahrungen hingegen hemmen ihn. Lasse Deinen Hund also ruhig auf Erkundungstour gehen aber achte darauf, dass hierbei nichts passieren kann.

Frag, falls nötig, bei anderen Hundehaltern nach, ob es in Ordnung ist, wenn Dein Welpe ungestüm auf ihren Hund zuläuft. Der Welpenschutz gilt nämlich nicht rudelübergreifend.
Sollte sich Dein Hund einmal erschrecken, so solltest Du in einem solchen Moment nicht auf ihn zugehen und ihn versuchen zu besänftigen. Dadurch gibst Du ihm nur das Gefühl, dass er sich zu Recht fürchtet und er auch in Zukunft Schutz suchen muss. Vielmehr solltest Du ihn einfach nicht beachten und in aller Ruhe und Gelassenheit mit dem fortfahren, was Du gerade machst.

Gelassenheit ist im übrigen ein gutes Stichwort bei der Hundeerziehung. Da sich ein Hund viel bei Dir, seiner Bezugsperson und dem Rudelführer, abschaut, wird sich Dein Gemütszustand auf Deinen vierbeinigen Liebling übertragen. Je ruhiger und ausgeglichener Du den Alltag meisterst, desto ruhiger und gelassener wird Dein Hund werden.

Ein ebenfalls wichtiger Tipp für die Erziehung Deines Hundes ist, dass Du ihn möglichst langsam an neue Situationen gewöhnen solltest. Wenn Du bspw. die Nähe zu Menschen mit ihm trainieren willst, dann fange nicht mit dem Besuch eines Kaufhauses an einem Samstagmittag an. Suche Dir hierfür lieber eine Zeit aus, zu der sich nur wenige Andere an demselben Ort aufhalten. Der Besuch sollte dann auch nicht Deinem Einkauf, sondern nur der Gewöhnung Deines Hundes an die neue Umgebung dienen.

Steigere die Reize langsam. Dein Hund sollte Dir immer zeigen, dass er sich in der gegebenen Situation nicht unwohl fühlt. Gerade, wenn es sich nicht um einen Welpen handelt, kann es schwierig sein, einen Hund an neue Situationen zu gewöhnen oder ihm die Angst zu nehmen. Im Notfall solltest Du auch hier einen ausgebildeten Hundeerzieher oder Trainer zu Rate ziehen, der Dich individuell beraten kann.

Streit unter Hunden – was tun?

Sollte es einmal zu einer Konfrontation mit einem anderen Hund kommen, so gerate nicht in Panik. Sind beide Hunde angeleint, so entferne Dich einfach zügig von dem Schauplatz. Bleib nicht stehen! Wenn Du stehen bleibst, förderst Du nur ein gegenseitiges Aufheizen.

Wenn Du einem unangeleinten Hund begegnest und es bahnt sich ein Streit unter den Tieren an, so versuche zunächst, in die entgegen gesetzte Richtung zu gehen und Dich so von dem anderen Hund zu entfernen. Häufig verliert die Gegenpartei schnell das Interesse an Dir und Deinem Hund.

Wenn Du den anderen Hundebesitzer sehen kannst, sprich ihn oder sie direkt an.

Sollte auch dies nicht möglich sein oder nicht wirken, so lasse die Leine Deines Hundes los oder mach die Leine von seinem Halsband ab. Du gibst Deinem Tier so die Bewegungsfreiheit, die es benötigt und der Beschützerinstinkt Dir gegenüber wird verschwinden.

Zwei Hunde, die sich bereits ineinander verbissen haben, kannst Du nur unter einem gewissen Risiko voneinander trennen. Nach Möglichkeit sollte der andere Hundebesitzer dabei helfen und ein gezielter Eingriff stattfinden. Gleichzeitig greifen beide Hundehalter ihren Hund mit einer Hand am Halsband und mit der anderen Hand an einem Hinterlauf. Dann wird der Hund von dem jeweils anderen weggezogen. Hat sich einer der Hunde bereits verbissen oder will nicht loslassen, so kann man ihm durch ein starkes Ziehen am Halsband die Luft abschneiden.

Bitte bedenke, dass ein Trennen von Hunden in der Regel gar nicht nötig wird. Meistens regeln Hunde solche Streitigkeiten in kurzer Zeit untereinander, ohne dass eine der beteiligten Parteien einen bleibenden Schaden von sich trägt.

Oberste Priorität muss jedoch im Vorfeld eine entsprechende Hundeerziehung sein!