Ein Therapiehund kann bei verschiedenen Krankheitsbildern des Menschen helfen. Sehr häufig kommen Therapiehunde bspw. zum Einsatz, wenn bei einem Menschen Probleme mit der Verbalkommunikation vorliegen. Dies ist z.B. bei Gehörlosigkeit, Sprachbarrieren, Sprachstörungen und Autismus der Fall.
Außerdem werden Hunde auch zur tiergestützten Förderung eingesetzt. Hierbei werden dann u.A. Besuche in Alterheimen oder Kindergärten absolviert, um die Förderung des Allgemeinbefindens voranzutreiben. Allerdings ist diese Arbeit kein Bestandteil der tiergestützten Therapie und wird meistens auch nicht von Therapeuten, sondern von Hundeführern ohne therapeutische Ausbildung durchgeführt.
Wichtig zu wissen ist, dass bisher nicht nachgewiesen wurde, dass Tiere allein eine krankheitsheilende Wirkung haben. Demnach gilt der Hund lediglich als Mittel bzw. ‘Werkzeug’ der sie einsetzenden Therapeuten. Die treffendere Bezeichnung für einen solchen Hund ist demnach auch ‘Therapiebegleithund’.
Welche Hunde eignen sich als Therapiehund/Therapiebegleithund?
Die Entscheidung, ob sich ein Hund zum Therapiehund eignet, wird bereits nach der Geburt und während der Aufzucht der Welpen getroffen. Hierbei werden die Wesensmerkmale der Welpen beobachtet und es wird eine entsprechende Auswahl getroffen, bei der verschiedene Welpentests helfen.
Generell eignet sich jede Hunderasse als Therapiehund. Wichtig ist, dass ein Hund, der später einmal zur Therapie eingesetzt werden soll, Nervenfestigkeit und ein sicheres Wesen mitbringt. Außerdem muss das Tier menschenbezogen, ruhig, wesensfest und verschmust sein.
Wie wird ein Hund zum Therapiehund/Therapiebgeleithund?
Da es verschiedene Therapiearten (aktive und reaktive Therapie) gibt, sind die Anforderungen an und Aufgaben für den Hund teils unterschiedlich. Dazu später mehr.
Ein zukünftiger Therapiebegleithund wächst in der Regel mit bereits ausgebildeten Therapiehunden auf. So wird dem heranwachsenden Hund bereits von den erwachsenen Tieren ein entsprechendes Verhalten anerzogen. Selbstverständlich ist auch ein entsprechender Grundgehorsam Bestandteil der Ausbildung.
Darüber hinaus wird den meisten Tieren ein sog. ‘intelligenter Ungehorsam’ anerzogen. Das bedeutet z.B., dass ein Tier, dem von dem therapierenden Patienten ständig Befehle gegeben werden, ohne dass es dafür eine positive Rückmeldung (in Form von Belohnung) erhält, diese Befehle verweigern soll.
Der Hund entscheidet somit also zum Teil selbständig, wie es eine bestimmte Situation lösen kann. In dem hier geschilderten Fall zeigt der Hund dem Patienten also, dass es keine Leistung (das Ausführen des Befehls) ohne Gegenleistung (die Belohnung) gibt. Das Bewusstsein des Patienten gegenüber dem Therapiehund wird somit gestärkt und es setzt ein Lerneffekt bei dem Patienten ein. Dieses Bewusstsein soll dann zukünftig auch auf Menschen in der Umgebung des Patienten übertragen werden.
Aktiver Therapiehund und reaktiver Therapiehund
Es wird zwischen aktiven und reaktiven Therapiehunden unterschieden. Der aktive Therapiehund fordert den Patienten dazu auf, sich an dem Spiel des Hundes zu beteiligen. Der Hund bringt dann zum Beipiel den Ball zum Patienten und fordert diesen auf, den Ball zu werfen.
Der reaktive Therapiehund verfügt über ein sehr hohes Einfühlungsvermögen und reagiert auf die Befindlichkeit des Patienten. Er sucht die Nähe zum Patienten und reagiert mit Schmusen oder ankuscheln.
Wie helfen Therapiebegleithunde?
Die Hunde können vielfältig eingesetzt werden und den Patienten dabei helfen, gewisse Verhaltensweise abzulegen oder zu erlernen. Koordinationsübungen, das Erlernen und die Akzeptanz von Regeln, Mobilisation, Lernförderung und die Anregung zu selbstmotiviertem Handeln sind nur einige Dinge, die mit Hilfe von geeigneten Hunden und natürlich auch einem ausgebildeten Therapeuten umgesetzt werden können.
Ein Therapiehund wird immer nur von einem ausgebildeten Therapeuten eingesetzt. In der Regel kommen diese Therapeuten aus dem Bereich der Medizin, Therapie, Pädagogik oder Soziales. Unabdingbar ist eine entsprechende Fortbildung zum tiergestützten Therapeuten.
Ähnliche Beiträge
Tags: hund, Mensch, Therapie, Therapiehund

Informatives, Aktuelles und Witziges aus der Tierwelt.
Hunde
Katze
Pferde
Fische
Nagetiere
Vögel